Ailton
























Ailton - vom Pudding auf zwei Beinen zum Kugelblitz

Ein simpler Trainerwechsel wirkte wie eine Befreiung. Viel mehr noch, eher wie eine Wiedergeburt. Die Auferstehung des Fußballers Ailton. Unter Felix Magath erlebte der Brasilianer seine mit großem Abstand schlimmste Zeit. Thomas Schaaf bedeutete die Erlösung. Ailton Goncalves da Silva durfte wieder Fußball spielen. Und wie!

Beim Bäcker rausgeworfen?
Die Journaille ging zu Magaths Zeiten nicht gerade zimperlich mit Werders teuerster Verpflichtung der Vereinsgeschichte um. Chefnörgler Max Merkel bezeichnete den 5,2-Millionen-Mann als "Pudding auf zwei Beinen" und fragte, "aus welcher Konditorei sie den denn rausgeworfen hätten."

Peinliche Fehleinschätzung von Felix Magath
Alles Schnee von gestern. Selbst Felix Magath wird mittlerweile wissen: Ailton ist einer der schnellsten Stürmer der Liga. Also genau jener pfeilschnelle Konterspieler, den sich Magath damals so sehnlichst gewünscht hatte. Peinlich für den Übungsleiter: Tag für Tag hatte er ihn im Training auf dem Präsentierteller, doch Magath sah den Wald vor lauter Bäumen nicht. Mittlerweile wird Ailton in der ganzen Republik nur noch "Kugelblitz" genannt. Anerkennend, wohl gemerkt. Aus dem größten Fehleinkauf der Vereinsgeschichte ist längst eine schillernde Persönlichkeite geworden. Wenn da nur nicht diese dumme Abseitsregel wäre. Und die Schwäche beim Abschluss. So bringt Ailton regelmäßig Mitspieler und Fans schier zur Verzweiflung.

Debüt bei Werder: Drei Tore in 19 Minuten
Der Bauernsohn aus der brasilianischen Region Santa Cruz schlug zunächst in Mexiko seine Zelte auf. Der Wechsel zum SV Werder schien bereits geplatzt zu sein, als sein dortiger Verein Tigris Monterrey den Präsidenten wechselte und die Werder-Offiziellen schon fast verrückt werden ließ. Schließlich klappte es doch noch. Umso spektakulärer sein Debüt: Gerade einmal 19 Minuten waren im Freundschaftskick beim sechs Klassen tiefer spielenden TSV Melchiorshausen gespielt, da war der Ailton-Hattrick bereits perfekt. Am Ende hatte der Brasilianer beim 11:0-Erfolg sechs Tore erzielt.

Der zweite Versuch mit einem Brasilianer klappt
Nachdem das Gastspiel von Junior Baiano im Dress des SV Werder auf unrühmliche Art und Weise zuende gegangen war, scheint diesmal der Versuch mit einem Brasilianer im Bremer Schmuddelwetter zu klappen. Der Pferdenarr Ailton hat an der Weser so viel Spaß am Fußball, dass er sogar seinen Vertrag verlängert hat.

Ailton